Bei den „Seascouts“ auf Kreta

21.Aug 2019

Autor: Tobias Gräf

Internationaler Austausch am Vereinsheim der „Seascouts of Souda“ auf Kreta:
Internationaler Austausch am Vereinsheim der „Seascouts of Souda“ auf Kreta: Roverleiter Tobias Gräf (Zweiter von links) übergibt das Sulzbach-Rosenberger Stadtwappen als Gastgeschenk. Die kretischen Pfadfinder tragen weiß-blaue Halstücher in den griechischen Nationalfarben

Ein internationales Treffen mit den „Seascouts of Souda“, 13 Kilometer Wanderung durch die SamariaSchlucht, selbstgemachter Lammbraten mit Semmelknödel: Die Auslandsfahrt der Roverrunde „Oichkatzl“ nach Kreta war gespickt mit Highlights. Als Gruppe waren die DPSG-Pfadfinder letztmalig unterwegs.

Die Pfadfinderbewegung ist global. Weltweite Verbundenheit und Völkerverständigung gehören zu ihrem Wesenskern. Aus diesem Grund ist auch die Roverrunde „Oichkatzl“ der Sulzbacher St.-Georgs-Pfadfinder jeden Sommer im Ausland unterwegs. Nach Stationen in Polen, Amerika und der Schweiz in den vergangenen Jahren besuchten im August sechs erwachsene Gruppenmitglieder mit Leiter Tobias Gräf für zehn Tage die griechische Mittelmeerinsel Kreta.

Was sind denn bitte „Seascouts“? Dies war eine der ersten Fragen, welche die „Meerespfadfinder“ von Souda ihren ahnungslosen Austauschpartnern aus der Oberpfalz beantworten mussten. Gleich zu Beginn ihrer Reise trafen sich die Sulzbacher Rover bei Chania im westlichen Inselteil mit den griechischen Kluftträgern – und man verstand schnell: Weil sich das Vereinsheim der „Seascouts“ in Küstennähe befindet und sie ein eigenes Segelboot besitzen, spielt sich ein Großteil ihrer Pfadfinderarbeit am, auf oder im Meer ab.

Ähnlich sei dies bei den „Airscouts“ in Heraklion, diese würden in ihren Gruppenstunden häufig Fallschirmspringen oder Gleitschirmfliegen, erklärten die Jugendlichen ihren deutschen Besuchern.

Schnaps gegen Wappen

Das Treffen fand in heiterer Runde statt. Die „Seascouts“ schenkten den Sulzbachern selbstgebrannten Inselschnaps aus und führten durch ihr Vereinsheim. Tobias Gräf revanchierte sich bei der Verabschiedung mit der Übergabe des Sulzbacher Stadtwimpels als Gastgeschenk und lud die neuen Freunde zu einem Gegenbesuch in die Herzogstadt ein.

Wie es sich für Pfadfinder gehört, durfte auch der Kontakt zur Natur und das Erkunden der Insel nicht fehlen: Von ihrer Unterkunft in Kalyves bei Chania aus brachen die Sulzbacher zu ausgedehnten Wanderungen auf. Um drückender Mittagshitze und Besucherscharen zu entgehen, startete die Jungengruppe bereits um 4.30 Uhr in den Samaria-Nationalpark, um dort 13 Kilometer lang die gleichnamige Schlucht zu durchwandern.

Malerische Buchten

Von der Omalos-Hochebene stiegen die Rover rund 1200 Höhenmeter hinab bis zum Libyschen Meer. Entlang von 600 Meter hohen, senkrechten Felswänden in einer der längsten Schluchten Europas offenbarte sich die beeindruckende Natur. Vom Küstenort Agia Roumeli ging es schließlich per Fähre zurück zu den Mietfahrzeugen.

Ebenfalls nur zu Fuß über Gebirgspfade erreichbar und somit abseits von Touristenströmen, liegt der Katholiko Beach auf der Halbinsel Akrotiri. Als Belohnung für den beschwerlichen Marsch erwartete die „Oichkatzln“ kristallklares Wasser in einer malerischen Felsenbucht zum Schnorcheln und Klippenspringen. Auch abendliche Besuche in den Altstädten von Chania sowie Rethymno mit seiner historischen Festung fehlten nicht.

Für die nötige Stärkung bei dem kräftezehrenden Programm sorgte Gruppenkoch Korbinian Wirth. Nahezu jeden Abend verwöhnte er die Pfadfinder mit opulenten Menüs – Lammbraten mit Semmelknödel, am Grill zubereiteter frischer Wolfsbarsch, Dorade und Ringelbarsche vom lokalen Fischmarkt, Fleischpflanzerl mit Kartoffeln, Steak mit Champignons und Kräuterbutter.

Die Küche ließ keine Wünsche offen.

Dank an Spender Weil die Rover inzwischen erwachsen sind und zukünftig selbst Leitungsaufgaben in der DPSG Sulzbach-Rosenberg übernehmen, war die Fahrt nach Kreta zugleich das Abschlussunternehmen der „Oichkatzln“. Die Gruppe wird sich Ende des Jahres auflösen und in die Leiterrunde übergehen. Ermöglicht wurde das Roverunternehmen durch großzügige Spenden aus dem eigenen Stamm und den Pfarreien St. Marien und Herz Jesu. Auch bei Stefan Kopp, Inhaber der Amberger Probatec AG, Bürgermeister Michael Göth und Landrat Richard Reisinger bedankten sich die Pfadfinder für Fördermittel